Rücknahme eines hinterlegten Testaments durch Demenzkranken?

 

Es kommt nicht selten vor, dass ein Familienangehöriger ein Testament errichtet hat, dass in amtliche Verwahrung genommen worden ist und der Testierende später demenzkrank wird. Ein vermeintlich freundlicher Dritter kümmert sich dann "aufopferungsvoll" und ohne Hintergedanken um den Testierenden, der dann durch den vermeintlich uneigennützigen Dritten veranlasst wird, das Testament aus der amtlichen Verwahrung zu nehmen. Hier ist jedoch erforderlich, dass der Testierende bei Rückgabeverlangen testierfähig sein muss, da die Entnahme aus der amtlichen Verwahrung ebenfalls eine Verfügung von Todes wegen ist. Es ist daher zu prüfen, ob der Testierende selbst testierfähig ist oder nicht. Dies kann bei einem Demenzkranken der Fall sein, so dass der z. B. beurkundende Notar die Testierfähigkeit zum Zeitpunkt des Rückgabeverlangens prüfen muss, wie das OLG Köln mit Beschluss vom 12.07.2013 entschieden hatte.